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Freitag, 13. November 2009

Das Essen ist viel zu billig!!

(auch ökologisch gesehen.)

Dienstag
hatte ich eine beknackte Schicht. Wie immer war nachmittags wenig los. Mein Chef, der die Übergabe macht um 17.00, hing herum bis knapp sechs Uhr und machte sich dann vom Acker - wie immer natürlich, ohne mir Bescheid zu sagen, dass er geht. So. Dann ging es wie jeden Dienstag mit dem Essensalarm los.

Ich sage es noch einmal: Wir sind KEIN Restaurant. Wir haben keinen Koch. Wir haben Snacks.

Ich machte ein paar Essen selber, stellte dann um 19.00 fest, dass es allein nicht mehr zu schaffen war und rief meinen Chef an. Das ist so üblich. Eigentlich sollte er IMMER die ganze Zeit von 5 bis 8 amwesend sein, um mir schnell unter die Arme zu greifen. Aber da er weiß, dass ich gut bin, lässt er mich meistens allein. - Ich rief ihn jedenfalls an und bat ihn zu kommen.

CHEF: "Mhhh... Muss ich wirklich kommen?"

Oh, warte, lass mich kurz überlegen ... nee, jetzt wo du's sagst, ich schaffs doch alleine, hab ganz vergessen, dass ich mir ja immer noch n zweites Paar Arme wachsen lassen kann. Und an zwei Stellen gleichzeitig sein!

ICH: "Ja, tut mir leid, Chef, ich brauch dich wirklich!"

CHEF: "...*seufz*... Na gut, dann komm ich gleich."

Was er dann auch tat, mir ein paar Essen machte und um Punkt acht, als meine Verstärkung kam, alles stehen und liegen ließ und nicht mehr gesehen ward.

Nun, der Abend ging so weiter wie vorher und von uns zwei Kellnerinnen rackerte sich bis 23.00 immer eine in der 'Küche' ab (Küche => anderes Ende des Tresens), während die andere vorne am Rotieren war, denn der Laden war voll. Da ist alleine Bestellungen holen, Getränke machen und an den Tisch bringen auch kein Spaß. Das wäre normalerweise ein klassischer Fall gewesen für Chef-anrufen, aber der hatte ja offensichtlich gar keinen Bock, also haben wir davon abgesehen und alles gerade so eben hinbekommen.

Am nächsten Tag sprach ich darüber mit meinem Chef und sagte, ich habe Hemmungen gehabt, ihn anzurufen und um Hilfe zu bitten, da er ganz offensichtlich nicht im Laden sein wollte, und dass ich es nicht gut fand, dass er mich erst alleine gelassen und dann um acht stante pede die Flucht ergriffen hat.

CHEF: "...*lacht*... Ja, weißt du, ich habe gerade mit dem Rauchen aufgehört und der Laden ist im Moment keine so gute Umgebung für mich, wenn ich nichts zu tun habe. Da gehe ich lieber weg, bevor ich in Versuchung komme. Die Gewohnheit, weißt du!"

Haha.
Ich hätte schon was zu tun für dich gefunden. Es war genug da. Auch in dem Moment, in dem du gegangen bist. Übrigens ist es dein Laden. Ziemlich ungünstig, wenn du da nicht sein kannst.

CHEF: "Aber ihr hättet mich ruhig anrufen können, ich wäre dann auch gekommen. Ihr habt ja richtig viel Essen verkauft, habe ich heute morgen gesehen. Ihr habt über 150€ Umsatz nur mit essen gemacht!"

Ja, so war das. jetzt muss man dazu wissen, dass unser günstigster Snack bei 3,00€ liegt und der teuerste bei 5€. Nehmen wir mal vier Euro als Mittelwert an, dann kommen wir auf - knapp vierzig Essen. In vier Stunden. Das sind zehn Essen in der Stunde, die ich ganz alleine gemacht habe, inklusive Salatbeilage, Tellerdekoration, zwischendurch Teller abwaschen (wir haben nicht so viele), Salat nachschnippeln, Besteck nachrollen und alles from scratch zubereiten!!! Mit nur einem winzigen Grillofen!!! Alle sechs Minuten ein Essen!!! Aaargh!!!!!!

Ich hab meinen Chefs gesagt, sie sollen das Essen teurer machen.

Über die anderen Idioten (= Gäste) schreib ich später.


Q: http://www.gastroladen.de/1990@610831/Bartscher-Apexa-Mikrowelle-23-L-900-Watt-manuelle-Zeitschaltung-b.30min.jpg

Freitag, 16. Oktober 2009

Die Neue und die Monsterschicht II


Am Dienstag hatte ich also schon wieder eine neue Kollegin, bzw, wir haben schon einmal zusammen gearbeitet, als ich eine Vertretungsschicht übernommen hatte; sie ist jetzt also meine feste Kollegin für dienstags und es war unsere erste reguläre Schicht.

Kurz: Ich bin begeistert. Wir kommen sehr gut miteinander aus: wir hassen Tussis, wir labern hinterm Tresen über die Gäste, wir singen bei allem, was wir tun, wir finden distanzlose Gäste schrecklich, wir rauchen, wir sortieren die Gläser beim Spülen, wir räumen Tische sofort ab, wir spielen gerne Karten, etc., etc.! Ausserdem ist sie einfach unglaublich gut. Wir haben fast zweite Umsatzgrenze gemacht. Bei der Abrechnung hat sie den Tip gezählt und es kamen 62€ dabei heraus.
"Das ist aber ziemlich enttäuschend", meinte ich, "ich dachte, wir hätten mindestens eine Umsatzgrenze geschafft."
"Mmmh, ja", sagte sie, "Wir hatten aber letzte Woche fast zweite Grenze, und ich hatte das Gefühl, dass die Schicht heute viel weniger anstrengend war!"

So zählen wir also das Geld und entdecken, dass unser Tip zwar beschissen ist (nowhere near 10%), dass wir aber genausoviel Umsatz gemacht haben wie in besagter Vergleichsschicht.
"Dass es dir so viel weniger anstrengend vorkam", bemerke ich zu ihr, "liegt bloss daran, dass ich so unglaublich guuuut bin!"
Gelächter.

Ich freu mich also darauf, künftig regelmässig mit ihr zusammen zu arbeiten! Nur das Trinkgeld macht mir ein wenig Sorgen - ich hab sonst immer über zehn Prozent. Hmmm. Hoffentlich war das eine Ausnahme.


Q: http://www.matthias-seifert.com/wp-content/uploads/gallery/gamegrafiken/kellnerin.jpg

Dienstag, 13. Oktober 2009

Die Neue und die Monsterschicht

Am Samstag war ich verkatert, weil ich am Abend vorher, nachdem die Generalprobe gut gelaufen war, vor Erleichterung gesoffen habe. Das war dumm, denn am Samstagmorgen hatte ich ja noch Korrekturproben angesetzt...! Ging dann aber echt noch ganz gut. War sogar eine der besten Proben, die ich in der Wiederaufnahma hatte. Und abends musste ich ja kellnern...

Ich hatte die Achtuhrschicht
und das Vergnügen mit F., einer der drei Neuen. F. ist ziemlich gut, sie hat ja auch schon Kellnererfahrung. Zwischendurch war ich manchmal n bisschen irritiert, weil sie mich bestimmte Sachen gefragt hat, wie wir einen Drink machen oder wie man eine bestimmte Kassenoperation durchführt; ich hab es ihr erklärt - und sie hat es dann doch anders gemacht!! WTF?!? Aber bis auf diese Besserwisserei komm ich echt gut mit ihr klar. Ich bin ein bisschen vorsichtig, weil mir jemand erzählt hat, sie würde petzen... Ich weiß nicht ob es stimmt, aber angeblich erzählt sie den Chefs, was gut läuft und was nicht. Hmmmm. Sie war wohl in dem Laden, in dem sie vorher war, auch nicht sonderlich beliebt. Hm-hmm. Ich geb ihr einfach trotzdem ne Chance und laber einfach in ihrer Gegenwart nicht über die Chefs rum!

Jedenfalls haben wir die dritte Umsatzgrenze geschafft! Das heisst, ab einer bestimmten Umsatzsumme bekommen wir nicht mehr 6,14€ pro Stunde, sondern 7€, bei der nächsten Grenze 7,50€, dann 8€, schließlich können wir bis auf 8,50€ pro Stunde aufsteigen. (Dann ist allerdings Schluss. L. sagt, mehr als 8,50€ pro Stunde zahle sie nicht...) Dabei muss man wissen, dass es total leer war, als ich kam, es war die drei Stunden vorher absolut nichts los gewesen und wir haben unseren ganzen Umsatz erst ab halb neun gemacht.

Wir waren dann um 04.00 draußen. Ich hatte 107€ in der Tasche, für acht Stunden ist das echt gut! Natürlich habe ich mir dafür auch den Arsch aufgerissen... Aber es lief echt gut mit der Neuen. Wir hatten zwar die ganze Zeit Stress, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass wir hoffnungslos hinterherhingen. Tip war auch okay, zwar nicht ganz zehn Prozent, aber das hat man nie, wenn so viel los ist. je hzöher die Rechnung ist, desto unwahrscheinlicher ist es halt, dass jemand nochmal 10% draufschlägt...!

Was mich allerdings wirklich genervt hat, war, dass der Laden so voll war, dass die Leute in den Gängen standen. Besonders am Tresen, wo ich immer durch muss! Ich habe angefangen mit "Entschuldigung, könntest du dich woanders hinstellen, ich komm sonst nicht mehr durch!". Weiter ging es mit "Das ist echt ungünstig, wenn du hier stehst!". In der nächsten Phase wurde "ungünstig" durch "scheiße" ersetzt, und als sich die Leute immer noch nicht wegbewegten, habe ich angefangen, ihnen mit voller Absicht meine Ellenbogen in die Rippen zu rammen! Ich begreife diese Leute nicht!! Ich ARBEITE hier! Und habe Tabletts mit Getränken in der Hand!!!

Außerdem hat Tisch 12 die Frechheit besessen, zu winken und zu rufen, während ich an der 11 die Bestellung aufnahm, um mich dann, während ich immer noch mit der 11 sprach, am ÄRMEL ZU ZUPFEN!!! Meine Güte!!! Egozentrisch ist wohl das richtige Wort dafür!

Jetzt muss ich gleich wieder hin, bin gespannt, ob ich heut abend auch wieder gut zu tun hab und gut verdiene. Arbeite wieder mit einer neuen Kollegin, aber darüber ein anderes Mal mehr.

The Show must go on

Die Wiederaufnahmenpremiere lief soweit ganz gut. Ich war schon erleichtert, als die Generalprobe einigermaßen funktionierte, an dem Abend waren nämlich der Regisseur und der Intendant sowie einige andere wichtige chefmäßige Leute zugegen. Es gab einige kleinere Anmerkungen, die gar nichts waren im Vergleich zu der Kritik, die ich mir notiert hatte (sieben Seiten); und ich bekam von meinen Vorgesetzten zu hören: "Ausgezeichnet", "Exzellent gearbeitet", "Wirklich sehr, sehr gut gearbeitet", "Beachtlich, in der Kürze der Zeit", "Großes Kompliment" und so weiter.

Was mich fast noch mehr gefreut hat,
waren die positiven Rückmeldungen der Darsteller. Einige erwähnten es nur kurz, andere meinten, ich hätte wirklich das Zeug zur Regisseurin, andere kamen nach der Premiere extra auf mich zu, um sich zu bedanken, unter anderem die beiden Hauptdarstellerinnen, die sich ganz offiziell zu mir begaben und sich bedankten und unisono beteuerten, es habe ihnen wirklich sehr gefallen, mit mir zu arbeiten.

Yay!!!


Das einzige beknackte war, dass einer der Darsteller bereits in den ersten fünf Minuten der Show in die Kulissen fiel und sich eine Platzwunde zuzog. Eine sehr stark blutende Platzwunde. Er spielte aber weiter, und das Blut lief ihm nur so übers Gesicht... Sobald er mit seinem Part vor der Pause fertig bzw entbehrlich war, zwangen wir ihn in einen Krankenwagen ("Nein! Ich will spielen! Ich geh wieder raus! Lasst mich auf die Bühne!!!"), ließen ihn ins Krankenhaus bringen und machten einen Notfallplan. Eine Szene, die sich komplett um ihn dreht, ließen wir fallen, ließen einen Kollegen seinen Text lernen, sagten eine verlängerte Pause an und versammelten die relevanten Figuren zu einer Verständigungsprobe.

In dem Moment
kam der Anruf vom Krankenhaus, er sei auf dem Weg zurück und könne weiter auftreten. Puuuh. Wir hatten die Situation ja im Griff, aber es ist dann doch schöner, wenn es weitergehen kann wie bisher! Man hatte ihm den Kopf rasiert und mit drei Stichen genäht - wir zogen ihm eine Mütze über den verbundenen Schädel und schubsten ihn auf die Bühne. Und er war besser denn je! Hoch lebe das Adrenalin!

Donnerstag, 8. Oktober 2009

stressed out


Im Moment komme ich leider nicht zum posten, obwohl es genug Themen gäbe. Aber ich hab den Arsch voll Arbeit; hinterm Tresen, als Künstlerin und vor allem am Theater.


Wenn die Wiederaufnahme am Wochenende gelaufen ist, gehts aber weiter!